Ist Erdgas gut für die Umwelt?
Konstanz hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis spätestens 2035 möchte die Stadt weitgehend klimaneutral sein. Der öffentlich einsehbare Klimaschutzplan zeigt, welche Schritte dafür vorgesehen sind. Eine erfolgreiche Energie-, Wärme- und Mobilitätswende spielt dabei eine zentrale Rolle.
Eine wichtige Frage ist, wie wir künftig unsere Gebäude mit Wärme versorgen. Besonders der Energieträger Erdgas steht dabei zunehmend im Fokus: Wie ist das Heizen mit Gas aus Klimasicht einzuordnen? Welche Rolle spielt der CO₂-Preis? Und was bedeutet die Energiewende für eine Gasheizung, die heute neu angeschafft wird?
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Auf die richtige Heizung setzen
Wer beim Heizen Treibhausgase einsparen möchte, muss nicht zwangsläufig die gesamte Heizung austauschen. Eine energetische Sanierung kann den Wärmebedarf deutlich reduzieren. Auch Solarthermie und Wärmepumpen können dabei helfen, Emissionen zu senken und langfristig Kosten zu sparen. Eine weitere Möglichkeit bieten unsere dezentralen Wärmenetze, die zunehmend mit nachhaltigen Energieträgern wie Seewasserthermie gespeist werden.

Erdgas wird häufig in einem Atemzug mit Öl und Kohle genannt. Das ist nicht falsch: Wie diese Energieträger gehört auch Erdgas zu den fossilen Energieträgern. Bei ihrer Verbrennung entsteht Kohlenstoffdioxid (CO₂), das in die Atmosphäre gelangt.
CO₂ ist ein Treibhausgas. Steigt seine Konzentration in der Atmosphäre, verstärkt sich der Treibhauseffekt und damit die globale Erwärmung. Die Verbrennung fossiler Energieträger ist eine der wichtigsten Quellen für menschengemachte CO₂-Emissionen.
Bei einer Gasheizung wird das Erdgas im Brenner verbrannt. Die dabei entstehende Wärme erhitzt über einen Wärmetauscher das Heizungswasser, das anschließend durch die Heizkörper oder die Fußbodenheizung im Gebäude zirkuliert.

Wie schädlich ist das Heizen mit Erdgas?
Erdgas gilt als emissionsärmster fossiler Energieträger, da die Verbrennung deutlich weniger CO2-Emissionen verursacht als beispielsweise Kohle oder Öl.
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beziffert die Kohlendioxid-Emissionen von Erdgas mit 201 Gramm/Kilowattstunde. Das sind gut 30 Prozent weniger als die schweren Heizöls (288 g/kWh).
Gegenüber Öl und Kohle kann Erdgas bei Gewinnung und Verarbeitung Vorteile bieten, weil es nach der Aufbereitung und Reinigung direkt als Primärenergie im Haushalt oder Gewerbe genutzt werden kann. Ein zusätzlicher Umwandlungsprozess vor der Nutzung ist nicht erforderlich.
Dort ermöglichen moderne Niedertemperatur- und Brennwerttechniken einen hocheffizienten Einsatz des kostbaren Rohstoffs. Das spart Ressourcen, Energie und nicht zuletzt Kosten.
Bio-Erdgas kann ökologischen Zusatznutzen bieten
Ein höherer Bio-Erdgasanteil kann die Treibhausgasbilanz gegenüber rein fossilem Erdgas verbessern. Die konkrete Wirkung hängt vom Bio-Anteil, den Einsatzstoffen und der Bilanzierungsmethode ab.
Im Gegensatz zu konventionellem Erdgas entsteht Biogas durch Vergärung. Dabei werden organische Reststoffe wie Pflanzen, Abfälle oder Gülle in Biogasanlagen zersetzt. Die dabei entstehenden Gase werden für die Wärmeversorgung aufbereitet.




