Bio-Erdgas für Heizung und Auto: Wie es entsteht, woher es kommt und wie klimafreundlich es ist

Unser aktueller Bio-Erdgastarif

Derzeit bieten wir für Wärme-Kund*innen einen Bio-Erdgas-Tarif an. Im Tarif BiogasStabil liefern wir Ihnen zu 10 Prozent Bio-Erdgas. Die restlichen 90 Prozent werden klassisch erzeugt.

Interessant für Gebäudeeigentümer*innen: Der Tarif erfüllt in Kombination mit weiteren Maßnahmen die aktuellen Anforderungen des EWärmeG.

Ein Auto wird an einer Tankstelle mit Bio-Erdgas betankt. Auf der Fahrzeugseite ist ein grüner Aufkleber mit einem Blatt-Symbol und dem Text 'Wir fahren mit Bio-Erdgas!' sichtbar.

Bio-Erdgas gibts bei uns auch fürs Auto

An unserer Bio-Erdgas-Tankstelle in der Max-Stromeyer-Straße 21a können Sie zu 100 Prozent Bio-Erdgas tanken. Das eingesetzte Gas wird nach unseren Liefer- und Herkunftsnachweisen aus organischen Rest- und Abfallstoffen gewonnen. So kann es die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen gegenüber Benzin und Diesel senken.

Und auch beim Tanken lohnt sich Bio-Erdgas: Die Kraftstoffkosten können im Vergleich zu Benzin und Diesel je nach aktuellen Energiepreisen deutlich geringer ausfallen.

Was es mit Bio-Erdgas auf sich hat

Kennen Sie die großen, run­den meist grünen Behälter, die häufig von der Stra­ße aus in der Nähe von Bau­ern­hö­fen zu se­hen sind? Darin entsteht aus den Resten von Pflan­zen, Ab­fäl­len und nach­wach­sen­den Roh­stof­fen Biogas. Und zwar durch Ver­gä­rung, der sogenannten Fer­men­tie­rung.

Die Einspeisung des Biogases in das allgemeine Gasnetz ist jedoch aus Qualitätsgründen nicht sofort möglich. Häufig wird es in direkt angeschlossenen Blockheizkraftwerken (BHKW) in Strom oder Wärme umgewandelt. Alternativ kann das erzeugte Biogas gereinigt werden: Nach dem Entzug unerwünschter Begleitstoffe hat es die gleichen Eigenschaften wie fossiles Erdgas und kann ins Gasnetz eingespeist werden. Das gereinigte Biogas wird dann als Bio-Erdgas bezeichnet.  

Illustration einer offenen Handfläche mit einer Pflanze und leuchtenden Glühbirne

Nicht schwer von Begriff

  • Biogas entsteht durch die Vergärung organischer Stoffe, zum Beispiel aus landwirtschaftlichen Reststoffen, Bioabfällen oder Energiepflanzen.

  • Bio-Erdgas bzw. Biomethan ist aufbereitetes Biogas. Dabei werden unter anderem Kohlendioxid und weitere Bestandteile entfernt, sodass hauptsächlich Biomethan zurückbleibt. Es hat ähnliche Eigenschaften wie Erdgas und kann ins Erdgasnetz eingespeist oder als Kraftstoff genutzt werden.

Die Mischung machts: So setzt sich Bio-Erdgas zusammen

Je nachdem welche Gärstoffe bei der Erzeugung von Biogas aus der Biomasse eingesetzt werden und wie der genaue chemische Prozess der Vergärung erfolgt, kann die Zusammensetzung des fertigen Bio-Erdgas sehr unterschiedlich sein.

Generell besteht Bio-Erdgas jedoch aus einem Gemisch aus Methan und Kohlendioxid, das darüber hinaus Sauerstoff, Stickstoff, Ammoniak, Schwefelwasserstoff und Wasserstoff beinhaltet.

Der Anteil von Methan ist für die Effizienz des Bio-Erdgases entscheidend. Je mehr Methan im Gasgemisch vorhanden ist, desto energiereicher ist das Gas.

Wie sich der CO2-Ausstoß mit Bio-Erdgas reduzieren lässt

Je nach eingesetzten Rohstoffen und dem Betrieb der Anlage können die Treibhausgasemissionen von Bio-Erdgas im Vergleich zu fossilem Erdgas geringer ausfallen. Und weniger Treibhausgase sorgen für ein besseres Klima.

Ein Grund dafür ist der natürliche Kohlenstoffkreislauf: Die für die Bio-Erdgasproduktion eingesetzten organischen Stoffe haben zuvor CO₂ aus der Atmosphäre aufgenommen. Bei der späteren Verbrennung wird dieses CO₂ wieder freigesetzt.

Bei fossilem Erdgas hingegen wird Kohlenstoff freigesetzt, der über Millionen Jahre im Boden gespeichert war. Dadurch gelangt zusätzliches CO₂ in die Atmosphäre.

Bio-Erdgas kann zudem dazu beitragen, die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu verringern. Da Bio-Erdgas aus regional verfügbaren Rohstoffen erzeugt werden kann, lassen sich je nach Herkunft und Nutzung auch Transportwege verkürzen.

Die Erzeugung von Bio-Erdgas ist nicht unmittelbar von äußeren Witterungsbedingungen abhängig.

Damit kann Biogas einen Beitrag zu einer vielfältigeren Energieversorgung leisten.

Familie geht mit einem Hund im Grünen spazieren, im Hintergrund steht eine Biogasanlage
Bild: Bjørn Jansen

Problem: Begrenzte Flächennutzung

Biogasanlagen haben jedoch auch einen Haken, der immer wieder für Kritik sorgt: Vor allem in landwirtschaftlichen Anlagen werden meist Energiepflanzen zu Biogas vergoren. Häufig wird dabei Mais eingesetzt, der sich besonders gut zur Vergärung eignet und einen hohen Methangehalt aufweist.

Durch den Anbau von Energiepflanzen für die Erzeugung von Biogas stehen gleichermaßen weniger Flächen für die Nahrungsmittelproduktion und den Schutz von Ökosystemen zur Verfügung.

Verstärkt wird dieser Effekt, da Produktion von Pflanzen für die Biogas-Erzeugung wirtschaftlich lohnender ist, als die von Lebensmitteln. Dadurch ergibt sich meist ein Interessenkonflikt mit dem Nachteil für die nationale Produktion von wesentlichen Erzeugnissen für die Lebensmittelindustrie .