Heizsysteme im Kostenvergleich: Auf Sicht die beste Entscheidung

Ein Kostenvergleich verschiedener Heizsysteme

Die Heizung wird älter, der Wartungsaufwand steigt, Reparaturen häufen sich. Eine Entscheidung steht an – und sie ist nicht mehr lange aufzuschieben, auch wenn man sie gerne noch ein paar Jahre vor sich herschieben würde. Ihre Heizung hat das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.

Wer jetzt clever investieren will, muss viele Kosten über Jahrzehnte hinweg im Blick behalten. Unsere Musterrechnung hilft Ihnen dabei, die richtige Entscheidung zu treffen.

Annahmen für die Berechnung: *

  • Bestandsgebäude unsaniert
  • Mehrfamilienhaus mit vier Wohneinheiten
  • Angenommener Wärmebedarf: 46.300 kWh
  • Finanzierung über 10 Jahre
  • Vergleich der Durchschnittskosten über 20 Jahre
  • Inflation / Preissteigerungen: ca. 2-6 % pro Jahr (je nach Energieträger)

Die wahren Kosten der Heizung: Haben Sie die Vollkosten im Blick?

Wie unsere Musterrechnung zeigt, liegen die Unterschiede für die Investition in ein neues Heizsystem im Detail: Während sich die Gesamtkosten beim Anschluss an unser Wärmenetz auf rund 23,6 Cent/kWh belaufen, kommt die Luft-Wärmepumpe auf etwa 24,4 Cent/kWh und eine Gasheizung auf 25,2 Cent/kWh.

Entscheidend ist dabei nicht nur der einzelne Preisbestandteil, sondern das Zusammenspiel aus Energie-, Finanzierungs- und sonstigen jährlichen Kosten wie beispielsweise für die Wartung oder anstehende Reparaturen über die gesamte Betrachtungsdauer.

Moderne Fernwärme-Hausübergabestation in einem Heizkeller an der Wand montiert mit angeschlossenen Rohrleitungen und Steuerungseinheit.

Vorteil Wärmenetz: Warum der Anschluss sich auf Dauer rechnet

  • Kein Preisrisiko: Der Anschluss an ein Wärmenetz lohnt sich langfristig, weil er zentrale Kostenrisiken deutlich reduziert. Beim Gaskessel wirkt der heutige Preis zwar attraktiv, bildet aber die künftige Entwicklung nicht ab: Der CO₂-Preis steigt weiter und macht fossiles Heizen Jahr für Jahr teurer. Zusätzlich erhöht die „Biotreppe“ bzw. der gesetzlich steigende Anteil erneuerbarer Gase (z. B. Biomethan) langfristig die Beschaffungskosten.
  • Keine Sanierungs- und Reparaturrisiken: Die Wärmepumpe ist zwar effizient, erfordert im Bestand aber oft umfangreiche Anpassungen (Dämmung, Heizkörper, Systemauslegung). Hinzu kommen Wartung, Reparaturen und späterer Ersatz von Komponenten wie Verdichter oder Elektronik – alles Faktoren, die die tatsächlichen Vollkosten stark beeinflussen und schwer kalkulierbar machen.
  • Mehr Unabhängigkeit & Planbarkeit: Das Wärmenetz bündelt Energieversorgung zentral und verteilt Investitionen auf viele Schultern. Durch den Verzicht auf einen eigenen Kessel werden keine Warungen und Reparaturen erforderlich. Dadurch ist der Anschluss zwar nicht immer die günstigste Einstiegslösung, aber über die Lebensdauer oft die stabilste und wirtschaftlich robusteste Variante.

     

* Weitere Prämissen für die Musterrechnung:

Wärmepumpe

  • Investition (mit Förderung): 37.500 €
  • Lebensdauer: 20 Jahre
  • Effizienz (Jahresarbeitszahl): 2,1
  • Stromkosten inkl. Abgaben: ca. 30 ct/kWh
  • Zusätzliche Betriebskosten: 400 €/Jahr

Gaskessel

  • Investition: 10.000 €
  • Lebensdauer: 20 Jahre
  • Wirkungsgrad: 90 %
  • Zusätzliche Fixkosten (z. B. Wartung): ca. 450 €/Jahr
  • Gaspreis inkl. Biogasanteil steigt langfristig deutlich

Wärmenetz

  • Anschlusskosten: 9.800 €
  • Lebensdauer: 40 Jahre
  • Arbeitspreis: 16,9 ct/kWh
  • Grundpreis: 1.178 €/Jahr
  • Preissteigerung moderat, aber stabil kalkuliert