Wärmeversorgung Hafner GmbH ist gegründet
Konstanz, 20. Juli 2026.
Die Stadtwerke Konstanz und die solarcomplex AG haben offiziell eine Projektgesellschaft gegründet, deren Zweck es ist, im Neubaugebiet Hafner im Rahmen des Bauabschnitts 1 einen Wärmeverbund aufzubauen und zu betreiben. Dieser wird den neuen Stadtteil mittels Wärmepumpen mit Außenluft als Umweltwärme regenerativ mit Wärme versorgen. Die Errichtung einer Photovoltaik-Freiflächenanlage (PV-Freiflächenanlage) zur Direktlieferung von erneuerbarem Strom an die Wärmepumpen ist ebenfalls vorgesehen. Die Projektgesellschaft wurde unter dem Namen „Wärmeversorgung Hafner GmbH“ gegründet und hat ihren Sitz in Konstanz.
„Mit der Gesellschaftsgründung sind wir einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Umsetzung des Wärmeverbundes gegangen“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Gordon Appel. „Dass wir mit der solarcomplex AG einen erfahrenen Partner aus der Region gewinnen konnten, mit dem wir in der Vergangenheit in anderen Projekten bereits sehr gut zusammengearbeitet haben, ist umso schöner.“
Beide Seiten werden vom gegenseitigen Know-how profitieren. Dies beginnt bei der Planung des Projekts, geht über den Aufbau des Geschäftsmodells und der Realisierung bis hin zum Betrieb des Wärmeverbundes. Es wird eine kompetenzbasierte Aufgabenteilung geschaffen, die Synergien freisetzt. „Die solarcomplex AG hat bisher rund 20 Wärmenetze in kleinen und eher ländlichen Gemeinden realisiert. Jetzt gehen wir die Wärmewende in einer mittelgroßen Stadt an. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Konstanz“, so Vorstandsmitglied Edgar Kunz.
Die Stadtwerke Konstanz planen, in den kommenden Jahren vor dem Hintergrund der städtischen Klimaschutzstrategie und der kommunalen Wärmeplanung in mehreren Gebieten parallel Wärmeverbünde zu errichten. Für jedes Einzelne dieser Gebiete besteht ein enormer Planungs- und Umsetzungsaufwand. Dies ist von den Stadtwerken Konstanz allein nicht zu leisten. Das hierfür notwendige Eigenkapital für die Gesamtinvestitionen von etwa 550 Millionen Euro können die Stadtwerke nicht allein aufbringen. Daher wurde bereits 2024 gemeinsam mit dem Aufsichts- und Gemeinderat die Strategie vereinbart, für die einzelnen Projekte Kooperationspartner ins Boot zu holen, um die Last organisatorisch wie finanziell auf mehreren Schultern zu verteilen. Der Aufbau des Wärmeverbundes Hafner ist das erste Projekt, bei dem eine solche Projektgesellschaft ausgegründet wurde.

Zum Wärmeverbund Hafner
Der Bauabschnitt 1 hat einen Wärmebedarf von etwa 9 Gigawattstunden (GWh). Die Netzlänge liegt bei etwa 5,4 Kilometern inklusive Hausanschlussleitungen. Bis zu 200 Hausübergabestationen sind vorgesehen. Ebenso eine PV-Freiflächenanlage mit einer Leistung von 1,3 Megawatt-Peak mit Direktlieferung für die Wärmepumpen. Die Investitionskosten liegen bei etwa 17 Mio. Euro für die zentrale Wärmeversorgung im Bauabschnitt 1 und die PV-Freiflächenanlage exklusive Förderung und Anschlusskostenbeiträgen. Bei positivem Verlauf der weiteren Projektphasen kann der Bau des Wärmeverbunds im Jahr 2027 beginnen. Die Leistung des Wärmeverbundes wird ausreichend dimensioniert, um auch den Bestandsgebäuden im nördlichen Stadtteil Wollmatingen die Möglichkeit eines Anschlusses anzubieten.
Zur Projektgesellschaft
Beide Unternehmen halten jeweils einen Anteil von 50 Prozent an der gemeinsamen Projektgesellschaft. Die Wärmeversorgung Hafner GmbH wird entsprechend eine unmittelbare 50-Prozent-Tochtergesellschaft der Stadtwerke Konstanz GmbH und somit eine mittelbare Beteiligung der Stadt Konstanz. Die Stadtwerke Konstanz werden als Unternehmen in städtischer Hand die zentralen Entscheidungen rund um den Wärmeverbund gemeinsam mit der solarcomplex AG treffen. Die Gesellschaft soll ein Aufsichtsgremium in Form eines Beirates erhalten. Als Geschäftsführer der Gesellschaft wurden Gordon Appel (Stadtwerke Konstanz GmbH) und Edgar Kunz (solarcomplex AG) bestellt.
Über die solarcomplex AG
Die solarcomplex AG wurde im Jahr 2000 gegründet und hat aktuell rund 2.000 Aktionäre. Das Unternehmen plant, baut und betreibt Anlagen zur Strom- und Wärmebereitstellung aus
erneuerbaren Energien und bietet die Kapitalbeteiligung an diesen Anlagen als ökologische Geldanlage an. Die solarcomplex AG hat ihren Sitz in Singen.




