Wie ist die Umweltbilanz eines Elektroautos einzuordnen?

Häufig wird diskutiert, wie die Umweltbilanz von Elektrofahrzeugen tatsächlich ausfällt.

Über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg können Elektroautos gegenüber vergleichbaren Benzin- und Dieselfahrzeugen geringere Treibhausgasemissionen verursachen. Für die Gesamtbilanz sind jedoch mehrere Faktoren entscheidend, insbesondere die Fahrzeugklasse, die Herstellung der Batterie, der verwendete Strommix und die jährliche beziehungsweise gesamte Laufleistung.

Illustration einer offenen Handfläche mit einer Pflanze und leuchtenden Glühbirne

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Streitfall Batterie

Für den Antrieb eines Elektroautos ist seine Batterie unerlässlich. Zumeist ist sie aber nicht nur zentral für das Vorankommen des E-Autos, sondern auch für Diskussionen in Sachen Klimabelastung verantwortlich.

Insbesondere durch die Produktion der Batterie kommen bei der Herstellung eines Stromers mehr Rohstoffe zum Einsatz, als bei vergleichbaren verbrennungsmotorischen Fahrzeugen. 

In den meisten Antriebsbatterien werden Lithium, Kupfer, Nickel und Kobalt verarbeitet. Allesamt Materialien, die wegen ihrer hohen Umweltlasten in der Kritik stehen.

Zusätzlich wird für die Lithium-Produktion viel Wasser benötigt und die Förderung von Kobalt und Lithium häufig aufgrund sozialer und ethischer Faktoren kritisiert.

Drohnenaufnahme von einem roten Auto auf einer Landstraße mitten im grünen Wald
Bild: AdobeStock, Kopterdienstleistung

Batterietechnologien mit geringerem Rohstoffbedarf in Entwicklung

Die Herstellung von Akkus im Allgemeinen und ganz besonders bei E-Autos birgt Verbesserungspotenzial. Hersteller*innen arbeiten bereits intensiv an Verbesserungen.

Dank der Forschung haben sich Batterietechnologien in Bereichen wie Energiedichte, Reichweite und Ladeverhalten weiterentwickelt.

Darüber hinaus entwickeln Hersteller*innen stets neue Technologien. So beispielsweise Batterietechnologien, die ohne Kobalt in der Zellchemie auskommen.

Dank innovativer Forschung und Entwicklung könnte sich laut einer Studie der Umweltdachorganisation Transport & Environment aus dem Jahr 2021 der Bedarf an Lithium in Batterien für Elektrofahrzeuge im Laufe des nächsten Jahrzehnts etwa halbieren. Der Bedarf an Kobalt könnte demnach um mehr als drei Viertel sinken, der von Nickel um etwa ein Fünftel.

Nutzungsdauer und Laufleistung beeinflussen Umweltbilanz nachhaltig

Bei Elektroautos entsteht ein erheblicher Teil der Treibhausgasemissionen bereits bei der Herstellung, insbesondere durch die Batterieproduktion. Im Fahrbetrieb entstehen lokal keine Abgasemissionen. 

Der höhere Rohstoffeinsatz bei der Herstellung kann sich über die Lebensdauer des Fahrzeugs relativieren: Je länger ein Elektroauto genutzt wird und je emissionsärmer der geladene Strom ist, desto günstiger fällt seine Treibhausgasbilanz im Vergleich zu einem Verbrenner aus.

CO₂-Bilanz: Elektroauto vs. Verbrenner

AntriebElektroBenzinDiesel
Kleinwagen (z.B. Renault Clio)105 g CO2/km229 g CO2/km229 g CO2/km
Mittelklasse (z.B. VW Golf)108 g CO2/km253 g CO2/km234 g CO2/km
Premium-Klasse (z.B. Mercedes E-Klasse)117 g CO2/km299 g CO2/km285 g CO2/km

Der Vergleich summiert sämtliche CO2-Emissionen, die während des Lebenszyklus der Fahrzeuge entstehen, auf. So werden beim Elektrofahrzeug auch die Emissionen der Batterieherstellung sowie der Stromerzeugung (inkl. vorgelagerter Emissionen aus der Produktion der Erzeugungsanlagen) berücksichtigt.

Ab welcher Laufleistung fällt die Treibhausgasbilanz eines E-Autos günstiger aus?

Laut einer Studie der Technischen Universität Eindhoven kann ein VW e-Golf den zusätzlichen CO₂-Ausstoß aus der Batterieherstellung gegenüber einem Toyota Prius 1,8 l Hybrid nach rund 28.000 Kilometern ausgleichen.

Bei einem Tesla Model 3 gegenüber einem Mercedes C 220 d liegt dieser sogenannte CO₂-Break-even-Punkt laut Studie bei rund 30.000 Kilometern.

Ab dieser Laufleistung ist die kumulierte Treibhausgasbilanz des jeweiligen Elektroautos unter den Annahmen der Studie günstiger als die des verglichenen Fahrzeugs.

Bei einer angenommenen Gesamtlaufleistung von 225.000 km können laut der Studie unter den genannten Annahmen über den Lebenszyklus rund 55 % weniger Treibhausgasemissionen entstehen.

Die Berechnung berücksichtigt dabei sowohl die Fahrzeug- und Batterieproduktion als auch die Emissionen während der Nutzung.

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