Phosphatdosierung im Trinkwasser – braucht es das?
Immer wieder entdecken wir in Gebäuden sogenannte Dosieranlagen, die dem Trinkwasser Phosphate oder andere Stoffe zusetzen sollen. Häufig verkaufen Sanitärbetriebe Eigentümerinnen und Eigentümern diese Anlagen mit dem Argument, Rohrleitungen besser vor Kalkablagerungen oder Korrosion schützen zu können.
Für unser aus dem Bodensee gewonnenes Trinkwasser ist eine solche zusätzliche Dosierung weder aus technischen noch aus gesundheitlichen Gründen erforderlich.
Trinkwasser aus dem Bodensee: Natürlich gut
Das Konstanzer Trinkwasser wird aus dem Bodensee gewonnen und weist von Natur aus eine ausgewogene Mineralstoffzusammensetzung auf. Mit einer Gesamthärte von aktuell rund 9 °dH liegt es im mittleren Härtebereich.
Auch der pH-Wert liegt mit rund 7,8 im für Trinkwasser geltenden Bereich.
Kurz gesagt: Unser Trinkwasser ist von sehr guter Qualität und muss nicht durch eine zusätzliche Phosphatdosierung „verbessert“ werden.


Unser Trinkwasser: Bestens geprüft
Wussten Sie, dass Trinkwasser das am häufigsten und besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland ist?
Die regelmäßigen Untersuchungen bestätigen die hohe Qualität unseres Trinkwassers. Neben drei umfassenden Untersuchungen pro Jahr werden mehr als 180 weitere Analysen durchgeführt.
Was soll eine Phosphat-Anlage bewirken?
Phosphate können in der Trinkwasserinstallation unter bestimmten Voraussetzungen eingesetzt werden, beispielsweise um Korrosionsvorgänge zu beeinflussen oder Ablagerungen zu reduzieren.
Ob eine Dosierung technisch sinnvoll oder erforderlich ist, hängt jedoch von der jeweiligen Wasserbeschaffenheit, den verwendeten Rohrmaterialien und dem Zustand der Trinkwasserinstallation ab.
Eine pauschale Empfehlung zum Einbau einer solchen Anlage ist deshalb nicht sinnvoll.
Für das Konstanzer Trinkwasser besteht aus Sicht der Wasserversorgung kein Anlass für eine zusätzliche Phosphatdosierung.
Wer dosiert muss auch informieren!
Eine zusätzliche technische Anlage in der Trinkwasserinstallation ist nicht wartungsfrei. Sie muss fachgerecht betrieben, regelmäßig kontrolliert und gewartet werden. Auch die Dosiermittel müssen entsprechend den Vorgaben nachgefüllt und die Anlage ordnungsgemäß betrieben werden.
Damit entstehen für Eigentümerinnen und Eigentümer zusätzliche:
- Anschaffungs- und Installationskosten
- laufende Kosten für Dosiermittel
- Wartungs- und Kontrollaufwand
Bevor eine Dosieranlage eingebaut wird, sollten sich Eigentümerinnen und Eigentümer genau informieren, welcher Stoff dosiert wird, zu welchem Zweck die Dosierung erfolgt und welche laufenden Pflichten damit verbunden sind. Außerdem sind die bestehenden Grenzwerte einzuhalten (2,2 mg reiner Phosphor pro Liter Wasser, 15 mg Siliziumoxid pro Liter Wasser).
Bei vermieteten Objekten haben Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer laut Trinkwasserverordnung eine Mitteilungspflicht gegenüber betroffenen Mieterinnen und Mietern.

Phosphatanlagen und ihre Folgen
- Kupferleitungen: Korrosionsinhibitoren können bei kupferhaltigen Materialien die natürliche Schutzschichtbildung beeinträchtigen und dadurch sogar die Kupferabgabe ins Trinkwasser erhöhen.
- Beläge: Phosphate können bei bestimmten Kunststoffteilen, etwa nicht für Trinkwasser zugelassenen Perlatoren, das Wachstum von Schwärzepilzen fördern. Dadurch können schwarzgraue, schleimartige Beläge entstehen.
- Minimierungsgebot: Das Umweltbundesamt empfiehlt, Aufbereitungsstoffe nur aus zwingenden hygienischen oder technischen Gründen und nur im unbedingt erforderlichen Umfang einzusetzen.
Unser Tipp: Erst prüfen, dann investieren
Sie wurden zum Einbau einer Phosphatdosieranlage beraten?
Dann lassen Sie sich zunächst nachvollziehbar erklären, warum die Anlage bei Ihrer konkreten Trinkwasserinstallation erforderlich sein soll. Eine pauschale Aussage wie „Das schützt Ihre Leitungen“ reicht dafür nicht aus. Entscheidend sind die konkrete Wasserbeschaffenheit, die verwendeten Materialien und die vorhandene Hausinstallation.
Gerne unterstützen wir Sie bei Fragen rund um die Qualität und Beschaffenheit unseres Konstanzer Trinkwassers.






