Energiepreise sinken: Was es jetzt zu beachten gibt

So entwickeln sich die Energiepreise

Die gute Nachricht direkt zu Beginn: Nach Monaten der Preissteigerungen sind die Beschaffungskosten für Strom und Gas an der Börse zuletzt wieder etwas gesunken. Allerdings ist für Energieexpertinnen und -experten ein Preisniveau wie vor der Energiekrise derzeit nicht denkbar. Der Stadtwerke-Dachverband VKU rechnet viel mehr mit einer langfristigen Verdopplung der Preise. 

Werfen wir einen Blick auf die Zahlen: Der Strompreis an der Börse ist zuletzt deutlich gefallen. Im Januar diesen Jahres lag er bislang durchschnittlich bei etwa 98 Euro pro Megawattstunde und damit etwa 60 Prozent unter dem Durchschnitt von vergangenem Dezember. Und auch die Gasbeschaffungspreise sinken. Im Januar lag der European Gas Spot Index bei circa 68 Euro pro Megawattstunde. Im Dezember 2022 kostete dieselbe Menge noch etwa 42 Prozent mehr.

Wann kommen die günstigeren Preise bei den Kund*innen an

Die sinkenden Beschaffungspreise wirken sich erst nach und nach auf die tatsächlichen Energiekosten der Verbraucherinnen und Verbraucher aus. Das liegt an der mittel- und langfristigen Einkaufspolitik der meisten Energielieferanten. 
 
Um unseren Kundinnen und Kunden einen dauerhaft transparenten und guten Preis bieten zu können, beschaffen wir fortlaufend und vor allem langfristig Strom und Gas . Das hat den Vorteil, dass kurzfristige Preisexplosionen, wie wir sie zuletzt zu spüren bekamen, besser abgefedert werden können. So resultieren auch unsere aktuellen Strom- und Gaspreise immer noch aus günstigeren Einkäufen in den Vorjahren. Bei anderweitiger Beschaffungsstrategie wären die Preiserhöhungen noch deutlich höher ausgefallen. 
 
Durch die nicht tagesaktuelle Beschaffung werden also Preisspitzen abgemildert. Umgekehrt ist es aber auch notwendig, dass die Einkaufspreise nicht nur einzelne Tage oder Wochen, sondern längerfristig sinken, damit Kundinnen und Kunden von günstigeren Angebotspreisen profitieren.
 
Energieberatungskarte wird in der Hand gehalten
Bild: Stadtwerke Konstanz

Wie entwickeln sich die Energiepreise in der Zukunft 

Zukunftsprognosen sind und bleiben schwer. Was derzeit klar erscheint ist, dass das Preisniveau von vor der Energiekrise auch mittelfristig nicht mehr zu erreichen sein wird. Insbesondere bei Strom müssen sich Verbraucherinnen und Verbraucher auf höhere Kosten einstellen. Für die Bildung eines neuen „Normal“ könnten die vom Staat festgelegten Schwellenwerte der Energiepreisbremsen herhalten. Diese liegen bei 40 Cent je Kilowattstunde Strom, 12 Cent bei Gas. 

Lohnen sich Anbieter- oder Tarifwechsel?

Sukzessive halten günstigere Strom- und Gasangebote wieder Einzug auf den bekannten Wechselportalen. Ihre Anbieter setzen auf eine kurzfristige Einkaufspolitik anhand der aktuell sinkenden Preise und versuchen, die günstigere Beschaffungssituation für Lockangebote zu nutzen.

Vor solchen Angeboten warnen wir als regionales Stadtwerk mit transparenter und langfristiger Preisstrategie. Selbstverständlich ist das Prüfen von Angeboten, auch auf Wechselportalen, vollkommen legitim. Allerdings gehen derzeit mit einem Wechsel zu einem gegebenenfalls nicht langfristig planenden Energie-Discounter größere Risiken einher als noch vor der Krise. So haben zuletzt viele Billiganbieter ihre Kundinnen und Kunden aufgrund der in 2022 stark steigenden Preise von heute auf morgen gekündigt oder sind insolvent gegangen. Ihr Geschäftsmodell ist aufgrund der kurzfristigen Strategie nicht krisenresistent. 

Zwar springen wir als Grundversorger in diesen Fällen ein, sodass die Lieferung mit Strom und Gas nicht unterbrochen wird, allerdings bezahlen Kundinnen und Kunden in den entsprechenden Auffangtarifen meist deutlich höhere Preise. Das Risiko für wieder steigende Preise und erneute Kündigungswellen von Billigversorgern ist beträchtlich höher als vor der Krise.

Preise vergleichen und Anbieter checken

Bevor sie einen vorschnellen Wechsel des Strom- oder Gasanbieters vornehmen, empfehlen wir unseren Kund*innen die entsprechenden Informationen zu den künftigen Energiekosten abzuwarten. Unter anderem aufgrund der Preisbremsen ist derzeit für viele Endverbraucherinnen und Endverbraucher unklar, wie hoch die Energiekosten überhaupt sein werden. Sie erhalten in den nächsten Wochen jedoch eine detaillierte Aufstellung von uns, wie hoch ihr künftiger Strom- und Gaspreis sein wird und welcher monatlicher Abschlag fällig ist. Dann erst kann die Angebotssituation neu bewertet werden.

Eventuell lohnt es sich auch, in einen günstigeren Tarif bei uns zu wechseln. Sollten Sie sich hingegen für einen anderen Anbieter entscheiden, empfehlen wir Ihnen, diesen im Vorfeld genau zu prüfen. Oftmals reicht bereits eine kurze Online-Recherche, um das Geschäftsmodell und die Seriosität zu bewerten und nicht schon bald negativ überrascht zu werden.